Depressionen und Sprache – Nicht alles ist negativ


Wer einmal unter Depressionen gelitten hat weiß, wie schwer es ist trotzdem seinen Alltag wie gewohnt weiterzuleben, obwohl es immer schwerer fällt in der Früh aufzustehen. Aber nicht nur der Alltag wird von den negativen Gefühlen bestimmt. Auch an der Sprache erkennt man schnell, wie jemand denkt.

So haben neue Verfahren in der Informatik die Analyse der Sprache von depressiven Menschen ermöglicht, durchgeführt und die resultierenden Daten wurden ausgewertet. Hier konnte ein klarer Zusammenhang zwischen der Sprache und der Erkrankung an einer Depression festgestellt werden. Während das gehäufte Vorkommen von Wörtern, welche negative Emotionen ausdrücken, wie “traurig” oder “einsam”, relativ offensichtlich sind, gibt es andere Auffälligkeiten, welche leichter zu übersehen sind.

Nicht alle gefundenen parallelen sind nämlich so negativ, wie vorerst vermutet. Beispielsweise verwenden depressive Personen viel häufiger ich-bezogene Pronomen, wohingegen “du”, “ihre” oder “euer” eher in den Hintergrund rücken. Das deutet auf ihre zurückgezogene Lebensweise in der depressiven Phase hin. Es zeigt auch, dass der Aufmerksamkeitsfokus derzeit sehr bei ihnen selbst liegt.

Die Vermutung, dass depressive Menschen eher zum Schwarz-Weiß-Denken neigen, hat sich in der Häufung von absolutistischen Wörtern bestätigt. “Immer”, “alles” und “nichts” sind typische Beispiele von absoluten Aussagen, welche keinen Spielraum mehr offen lassen.

All diese sprachlichen Muster können mittlerweile so präzise von Computern verarbeitet werden, dass die Diagnose-Ergebnisse für Depressionen alleine anhand der Analyse der Sprache von Menschen eher zutrifft, als die eines Arztes. Ein Einfluss von psychischen Krankheiten auf die Sprachgewohnheiten ist demnach also nicht mehr zu leugnen. Wir müssen den Einfluss nur noch besser verstehen lernen.

Für mehr Informationen zu diesem Thema lesen Sie den Beitrag auf vice.com.


 

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